Bachelor

Was ist eingendlich so ein Bachelor? Denn mein Englisch-Deutsch-Wörterbuch sagt, dass ich mich in einen Studiengang eingetragen habe, in dem ich zum ''Jungesellen der Rechner-Wissenschaft'' gemacht werden soll. Und der Jungesellenstatus in der Wissenschaft kann nicht wirklich mein Ziel sein, oder? Wie immer: Don't Panic! Bachelor ist nur ein Name, den die Politik übernommen hat, um internationaler zu klingen. So ist das halt bei Hochschulreformen. Und außerdem ist, was der Bachelor genau ist, erst wichtig wenn ihr fertig seit.

Jetzt ist erstmal wichtig, dass ihr sinnvoll studieren könnt. Und dazu solltet ihr ein paar Grundlagen wissen.

Merke: Das Bachelorstudium ist im Prinzip ein verkorkstes Rollenspiel Als erstes gibt es für Rollenspielfanatiker und Munchkins das offizielle Regelwerk zum Studium: Die Bachelorordnung (Prüfungsordnung). Diese gibt es in verschiedenen Versionen, die aktuelle ist die von 2019, wo man einige Spielregeln angepasst und teilweise sogar vereinfacht hat (die von 2011 ist hier als Vergleich zum Teil noch drin als durchgestrichen).

Die besteht wie jedes Regelwerk aus einem kleinen Teil mit Regeln und dem Teil mit den riesigen Tabellen, die Zeuch beschreiben. Aber anstatt coole Rüstung und so gibt es nur Skills. Nur heißen die hier Module und man bekommt die erst, wenn man sie verdient hat. Ausserdem gibt es sowas wie XP. Die heissen hier aber CP, weil das alles bitterer Ernst ist und sich deshalb nicht an gängige Rollenspiel Designkonventionen gehalten wird. Und von denen bekommt man etwa einen pro 30 Stunden Studium. Aber auch das funktioniert irgendwie anders als man das gewohnt ist. Statt dass man XP bekommt, mit denen man sich bessere Skills holt um dann in Proben bessere Chancen zu haben, muss man hier erst die Prüfungen bestehen, bekommt dann das Modul und damit die CP.

[XP] -> [skills] -> [pruefungen] 

[CP] <- [module] <- [pruefungen]

Bacheloraufbau: Schauen wir uns also das System mal genauer an. Das Ziel ist es den Abschluss "Bachelor" zu bekommen. Dazu muss man 180CP bekommen haben, die man mit dem Abschluss von Modulen bekommen hat. Und wie jeder weiss, muss ein guter Munchkin Min-Maxen. Aber auch das kann der Bachelor nicht gut. Um Module abzuschließen muss man eine Klausur schreiben, eine mündliche Prüfung machen, einen Vortrag halten, genügend Abgaben gemacht haben, oder sonst irgendwie gezeigt haben, dass man die CP auch wirklich verdient hat.

Die Modulkategorien: Die Module sind wie für Skills üblich in verschiedene Kategorien eingeteilt. Das kann euch sowohl einschränken als auch Freiheiten geben. Als erstes sind für euch die Basismodule interessant, denn die müsst ihr als Informatiker alle machen.

Dann kommen die Vertiefungsmodule ins Spiel. Hier kann man seinen Studenten in mindestens drei von fünf Kategorien spezialisieren.

Die Anwendungsfachmodule sind Multiklassenskills, in denen ihr Fertigkeiten aus anderen Fächern lernen sollt.

Ergänzungsmodule sind durch die Gute IdeeTM entstanden, dass Informatiker mindestens 150 Stunden Soft Skills oder soziales Zeuch gemacht haben sollten. Wir wollen doch keine verschrobenen antisozialen Studenten bauen.

Und zum Abschluss gibt es das Abschlussmodul, das die Bachelorarbeit und das Oberseminar über deine Arbschlussarbeit enthält.

Basismodule: Es gibt ein paar Skills die jeder Informatiker haben sollte. Und es gibt Basismodule. In den Basismodulen lernt ihr offiziell vier Dinge: Mathe, Wie Computer funktionieren (wird gerne auch ''Hardware'' genannt), Wie man Computer programmiert und Theoretische Informatik. Das sind alles Vorlesungen, bis auf das Programmier-Praktikum. Insgesamt gibt es hier 93CP zu holen.

Vertiefungsmodule (die gestrichenen Regeln gehören zur PO 2011, die Spielregeln wurde in der PO 2019 stark vereinfacht, damit ihr das besser durchspielen könnt): Die gibt es in fünf Spezialisierungen: BKSPP, ISWV, TS, ANI und GDI. ''Betriebs- und Kommunikationssysteme und Progammiersprachen und -paradigmen'' enthält genau was im Titel steht. ''Informationssysteme und Wissensverarbeitung'' beschäftigt sich mit Textverarbeitung , Datenbanken und künstlicher Intelligenz. In ''Technische Systeme'' lernt man mehr über Microcontroller, Rechnerarchitektur und Chipdesign. ''Angewandte Informatik'' ist alles was sonst nicht untergebracht werden konnte. Da sind dann so Sachen wie Computergrafik, Zeug und Krempel drin. Wer aber statt Zeug und Krempel lieber was abgehobenes macht kann in ''Grundlagen der Informatik'' fast schon ein Mathestudium simulieren. Dort ist mehr Logik, mehr Algorithmentheorie und mehr Beweise. Und jetzt kommt der Haken: Du musst mindestens 43CP machen und davon in einem mindestens 16CP und in zwei anderen mindestens 8CP und die anderen 11CP kannst du machen wie du willst. Dabei musst du die drei Vertiefungsgebiete, in denen du leveln willst, dem Prüfungsamt vor der ersten Klausur mitteilen. Du musst mindestens 39 CP machen und brauchst maximal 43 CP, je nachdem, wieviele CP Deine Anwendungsfach-Spielextension gibt (siehe nächsten Punkt). Alles Klar? OK!

Anwendungsfachmodule: Die Muliklassenskills auch Anwendungsfachmodule genannt erlauben euch was anderes als Informatik zu lernen. Die meisten der Anwendungsfächer sind geregelt. Das heißt das Basisregelwerk ''Die Bachelorordnung'' hat vorgefertigte Lösungen wie ihr das Anwendungsfach machen könnt und aus welche Modulen des Anwendungsfach ihr machen sollt oder müsst. Ist euer Anwendungsfach nicht drin, könnt ihr das trotzdem studieren, aber dann halt ungeregelt. Dazu muss unser Prüfungsamt mit dem ''gegnerischen'' Prüfungsamt ''klären'' wie das ganze abgewickelt werden soll. Meist kümmert ihr Euch dabei selbst um einen Vorschlag von sinnvollen und ausreichend Anwendungsfachmodulen und beantragt beim Prüfungsausschuss dann, das nach den von Euch vorgeschlagenen Regeln so durchspielen zu dürfen. Fakt ist aber, ihr braucht immer mindestens 24CP 20CP (meist sind es 24CP).

Ergänzungsmodule: Irgendein schlauer Informatiker hat sich mal gedacht: Wir wollen, das Frankfurter Informatiker nicht nur Fachidioten sind, sondern auch ''sozial'' sein können. Die haben dann ''Soft Skills''. Wie ''Teamfähigkeit'' und so. Und das ist dann gut. Aber da zu viel Soziales nicht in den Studienverlausplan passt, macht ihr 5CP. Da ist dann auch die Studienorientierung STO drin. Die im ersten Semester 2CP gibt, und später nur noch halb so viel. Da wird euch nochmal wie man studiert auf dem Silbertablett gereicht.

Die restlichen 15CP: Gibt es mit der Bachlorarbeit.

Die Bachelorarbeit: Das ist sowas wie eine echte wissenschaftliche Arbeit. Wenn ihr die gemacht habt gibt das 15CP im Abschlussmodul. 

Die Klausurregeln: Und nun steigt die Spannung. Die Klausurphase beginnt. Während im Semester Wochen vergehen können, ohne das viel passiert, ist die Klausurphase eher wie Kampfrunden. Eine Megasekunde, die im echten Leben vergeht, kommt einem wie eine Gigasekunde an der Uni vor. Aber keine Panik, es gibt einige Tricks und ein paar Regeln, die ihr anwenden könnt, um sinnvoll lebendig, und mit ein paar mehr CP durch die Klausurphase zu kommen.

Anmeldung: Zu Klausuren müsst ihr euch zwei Wochen vorher angemeldet haben. Und vor der ersten Klausur müsst ihr euch für den Bachelor anmelden. Wenn ihr die Klausur schreibt und nicht angemeldet seid, gibt das keine XCP

Timing: Zuerst ist wichtig zu planen, wann ihr Klausuren schreibt. Die Termine selbst könnt ihr zwar nicht ändern, aber ein guter Munchkin hat die Bachelorordnung gelesen und hat festgestellt, dass viele Klausuren (seltener) jedes oder (häufiger) jedes zweite Semester angeboten werden. Aber wie soll es mir helfen, die Klausur zu verschieben? Nächstes Semester sind doch wieder Klausuren, oder? Aber da ist es wichtig zu wissen, wie die Professoren diese Regel mit jedem Semester auslegen. Professoren waren alle mal Studenten und sind deshalb fast so faul wie wir. Und fast immer müssen Nachklausuren angeboten werden, für Studenten, die durchgefallen sind oder nicht teilnehmen konnten. Während die Vorlesungen meistens in der dritten April- oder Oktoberwoche anfangen fängt das Semester pünklich am Ersten an. Und deshalb sind die Nachklausuren in der Regel am Ende der Semesterferien aber im neuen Semester. Der geübte Munchkin braucht also seine Klausuren nicht alle auf einmal zu schreiben, sondern lernt am Anfang und am Ende der Semesterferien. Ansonsten gilt: Konzentrier dich lieber auf wenige Klausuren, statt in allen zu versagen.

Freiversuche - Rerolls für Klausuren: Und jetzt kommen die kleinen Feinheiten des Regelwerks, die jeden Munchkin interessieren sollten. Gerüchteweise haben manche Studenten Klausuren mitgeschrieben und kläglich versagt. Daran ist noch nichts besonderes. Aber die für diese Studenten war es so als hätten sie die Klausur nie geschrieben und haben sich einfach beim nächsten mal wieder in die Klausur gesetzt. Und noch viel besser. Andere die grad so bestanden hatten, saßen in der Klausur und konnnten nochmal mitschreiben und haben am Ende eine bessere Note gehabt. Wie geht das? Naja, eigendlich ist nichts besonderes daran. Wenn du innerhalb der Freiversuchsfrist eine Klausur schreibst, kannst du beim ersten Mal Durchfallen, ohne dass das als Fehlversuch gezählt wird. Die Freiversuchsfrist ist in der Bachelorordnung festgelegt und ist an den Studienverlauf angepasst. Das soll euch dazu motivieren die Klausur zu beim erstem Mal oder in der Nachklausur mitzuschreiben. Das funktioniert aber nur in den Basismodulen so. In den Vertiefungs und Anwendungsfachmodulen funktioniert das leider nicht. Aber die Basismodule machen über die Hälfte des Studiums aus, also ist das gar nicht so schlecht. Und wer wider erwarten die Klausur besteht und mit seiner Note nicht zufrieden ist, kann die Klausur nochmal schreiben. Dazu muss man sich nach der Klausur für die nächste Klausur anmelden. Das kann man aber auch nur in den Basismodulen und insgesamt nur fünf mal. Da es aber nur 9 Klausuren in den Basismodulen gibt, ist das immer noch viel. Aber die genauen Regeln bekommt ihr noch rechtzeitig in der Studienorientierung erzählt.

Studienorientierung: Die Studienorientierung ist soooo wichig dass wir einen extra Artikel geschrieben haben. Macht die im ersten Semester und alles wird gut. Ausserdem haben wir diesen Absatz extra fettgedruckt!

FAIL - Das Howto: Manchmal muss man einfach alle Brücken hinter sich lassen. Und manchmal will man nicht gehen, sondern rausfliegen. Und so gehts:

FAIL - Die Sparsame Methode: Bezahl deine Studienbeiträge nicht. So einfach ist das. Die bezahlt man sonst immer im Januar oder im Juli. Oder im nächsten Monat danach (Nachfrist) wenn man mehr für die gleiche Leistung blechen will. Aber wer wirklich raus will findet in der Sparsamkeit eine wirksame Methode.

FAIL - Die Faule Methode: Melde Dich nicht im ersten Semester zum Prüfungsverfahren an. Mach in dem ersten Semester gar kein Basismodul. Mach in den ersten drei zwei Semestern weniger als 15CP 2 Basismodule. Das sind so ungefähr zwei Module von zehn. Dann musst du nur noch die Anfragen vom Prüfungsamt ignorieren und keine Fristverlängerung beantragen. Dann bist du raus (aber "nur" bei der Informatik an der Goethe-Uni, Du könntest woanders weiterstudieren).

ULTRAFAIL - Die Wahre Methode: Wenn du nicht nur rausfliegen willst, sondern gar nicht mehr Informatik studieren können willst, solltest du dreimal durch eine Prüfung in einem Basismodul durchfallen (viermal, wenn du schon in der Freiversuchsfrist anfängst). Wer eine Prüfung dreimal nicht besteht, hat ''endgültig nicht bestanden''. Und wenn das soetwas Grundlegendes wie ein Basismodul ist, was Du bei jedem Informatik-Studiengang machen musst, kannst du nicht mehr Informatik studieren, auch nicht woanders in Deutschland. Auch hier musst du darauf achten alle Beratungsgespräche zurückzuweisen.

ULTRAFAIL EXTREM - Die (Un)sportliche Methode: Einen ultimativen Rauswurf inklusive endgültigem Nichtbestehen (siehe ULTRAFAIL- Die Wahre Methode) kannst Du übrigens auch erreichen, wenn Du Dich auf schwerwiegende Täuschungsversuche spezialisierst und das Prüfungsamt Dein Engagement sportlich entsprechend würdigt.

Nützliche Tips: bla, bla, Übungsabgaben, yadda, yadda, Lernen, bla, blubber, Zeiteinteilung, bla, regelmä{ß}ig da sein, trololo, Durchhaltevermögen, bla, generische Motivationsrede

Und nun? Schau dich ein wenig um. Hier auf der Seite, in deinem Studium und so. Wichtig ist vor allem sich an der Uni einzuleben, wenn man erfolgreich studieren will. Und das sieht für jeden anders aus. Manche machen ihr Studium schnell und andere lassen sich Zeit. Und wichtiger als die Skills, die ihr hier bekommt, ist die Erfahrung. Wenn ihr hier fertig seit, müsst ihr eh wieder neue Sachen lernen.

Disclaimer: diese humoristische Zusammenfassung gibt einen ersten Überblick. Sie erhebt weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Korrektheit (Prüfungsordnungen ändern sich ab und an auch mal). Für die aktuell gültigen Regeln schaue immer in die für Dich gültige Prüfungsordnung. Es lohnt sich wirklich, ins Original reinzuschauen und das auch verstanden zu haben - so kennt man alle Spielregeln seines Bachelor-Rollenspiels, sowohl die, die Mitspieler einhalten müssen, als auch die, die man selbst beachten muss. Im Zweifel, wenn Dir eine Regel auch nach genauer Betrachtung und Diskussion mit Deinen Mitspielern und immer noch unklar ist, oder Du unsicher bist, ob einer Deiner Spielzüge regelkonform ist. frage lieber den Spielleiter - also das Prüfungsamt Deines Vertrauens.